Ein einfaches Bauernhaus, roh zusammengezimmert aus allen möglichen Materialien, unbeheizt, niedrige Räume, Decken und Wände vom Rauch des Holzofens russgeschwärzt und mit dem WC aussen im Schopf – einem modernen Menschen mutet das heutzutage schon museal an. Und doch hat Karl Schneider, der letzte Bewohner, so noch bis Mitte der 80er-Jahre hier an der Adlerstrasse 3 gelebt. 1990 ist er gestorben, ein Jahr darauf hat die Gemeinde die Liegenschaft erworben. Viele Jahre geschah nichts damit, vor allem nachdem die Gemeindeversammlung 1995 einen Kredit zur Realisierung eines Dorfmuseums im Haus zurückgewiesen hatte. Dann, 2008, gelangte die Ortsbürgergemeinde in den Genuss eines Legats aus dem Nachlass von Albertina Stäubli in Höhe von 220 000 Franken, das zweckgebunden «für den Ausbau und den Unterhalt eines Heimatmuseums» einzusetzen war. Das Projekt konnte starten.

«Es braucht ein ganzes Lifting»

Zwar hat das Geld für die zwischen 2013 bis 2015 erfolgte Sanierung des weitgehend aus dem 17. Jahrhundert stammenden Anwesens nicht ausgereicht. Doch der Grossteil der rund 300 000 Franken teuren Umbauarbeiten konnte darüber gedeckt werden. Laut Gemeindeschreiber Michael Widmer wurden Dächer saniert, Fenster restauriert und Böden statisch ertüchtigt. Die Fassade bekam einen neuen Verputz, Teile der Wohn- und Ökonomieräume wurden zeitgenössisch möbliert. Die ursprünglichen Pläne zur Umwandlung der früheren Scheune in ein Versammlungslokal verfolgte die Gemeinden aus Kostengründen nicht mehr weiter. «Wir haben in den vergangenen Wochen nur Kosmetik betrieben, es braucht aber ein ganzes Lifting», sagte bei der Einweihung am Samstag Pamela Ceresola vom Vorstand des Magidunum-Vereins, der für das Dorfmuseum verantwortlich zeichnet. Vorstandskollege Roger Bretscher ergänzte: «Was uns von anderen Museen unterscheidet, ist die Tatsache, dass wir erst am Anfang stehen und längst noch nicht fertig sind.»

Das Haus eines Tauners

Das Dorfmuseum mag von aussen gut dastehen. Im Innern aber ist es das einfache Haus eines Tauners, wie einst die Kleinbauern im Fricktal hiessen, die von der Hand in den Mund lebten und sich bei Grossbauern gegen Naturalien verdingen mussten. Bretscher sprach am Samstag von einem «einfachen, bescheidenen, ja armseligen Haus», das es jetzt in der Adlerstrasse zu besichtigen gilt. Dennoch: Der lauschige Garten, den viele bei der Einweihung genossen, sei mehr als ein typischer Bauerngarten. Er mache deutlich, dass Karl Schneider ein Pflanzenliebhaber mit grossem Wissen um die Botanik gewesen sei, sagte Bretscher. Unter den beiden Kastanienbäumen, die Schneider einst pflanzte, suchten am Samstag viele Schutz vor der kräftigen Sonne.