Geschichte magidunum

Schon vor vielen Jahren wurde verschiedentlich die Schaffung eines Dorfmuseums angeregt. Da niemand die Initiative ergriff, blieb es vorerst bei der Idee. David Dillier, Bauamtsvorsteher der Gemeinde Magden, sammelte während vieler Jahre, auf Anregung des damaligen Gemeinderates, die verschiedensten Gegenstände. 

 

Am 30. April 1991 wurde die Kommission "alte Gegenstände" ins Leben gerufen. Sie nahm ihre Arbeit unverzüglich auf, und trat an der Gewerbeausstellung vom 19. - 21. April 1991 erstmals an die Öffentlichkeit.

 

Als bekannt wurde, dass die damaligen Besitzer der Liegenschaft, an der Adlerstrasse 3, dies verkaufen wollten, beschloss der Gemeinderat, dieses Haus zu erwerben, um es der Nachwelt zu erhalten. Der Souverän stimmte am 21.  Juni 1991 dem Kauf dieser Liegenschaft zu, mit der Auflage, ein Nutzungskonzept zu erarbeiten. Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 23. Juni 1995 wurde ein Kreditantrag mit dem Nutzungskonzept abgelehnt.

 

 

Historischer Wert des Hauses an der Adlerstrasse 3 

 

Die Denkmalpflege des Kantons Aargau und die Fricktalische-Badische Vereinigung für Heimatkunde haben die Liegenschaft auf ihren geschichtlichen Wert untersucht. Die nachstehend aufgeführten Passagen aus den Berichten geben einen kleinen Einblick in die Geschichte dieses Hauses.

 

Es handelt sich bei diesem Haus um ein typisches Kleinbauern-, Taglöhner- oder Taunerhaus, dass durch persönliche Umstände der letzten Besitzer und Bewohner, ungewöhnliche Veränderungen erfahren hat. Es präsentiert sich wie zur Zeit des zweiten Weltkrieges.

Das Haus wurde vermutlich 1780 erstellt. Auch der einfach erstellte Dachstuhl, datiert aus dieser Zeit und lässt auf ein Strohdach schliessen.

Um 1844 besass Magden noch 10 Strohdachhäuser. Die Kleinheit des Hauses, der Verzicht auf Haussteine im Mauerwerk, die Balkendecke im Keller und die simplen Lehmböden im Tenn und im Keller lassen auf einen Bauherrn schliessen, der nicht über grosse Geldmittel verfügte.

Das Haus ist ein Zeuge einfacher ländlicher Wohnkultur in kleinbäuerlichen Verhältnissen.Besonders schön ist  die Sparsamkeit im Umgang mit Materialien, die wohl durch die grosse Mittelknappheit bedingt war, dokumentiert. Nichtdestoweniger stellt das Haus einen charakterischen Bautyp dar, der im unteren Fricktal einstmals sehr verbreitet war, heute jedoch als "Taunerhäuschen" gering geachtet, vom gänzlichen Aussterben beroht ist. Hervorzuheben ist die Tatsache, dass das Gebäude bis jetzt von radikalen Renovationsmassnahmen verschont geblieben ist, so dass  es sich relativ leicht sanft restaurieren liesse.

 

Der Kanton Aargau ist als Durchgangskanton seit den letzen 20 Jahren einem enormen Siedlungsdruck ausgesetzt. Fast täglich wird heute im Kanton ein Bauernhaus abgebrochen und so den ländlichen, bäuerlichen geprägten Siedlungen Stück für Stück ihrer Identität beraubt.

Besonders bedroht ist die Kategorie der sogenannten Kleinbauernhäuser wie im vorliegenden Fall.

 

 

Vereinsgründung

 

Am 22. August 1997 wurde der Verein magidunum unter dem Vorsitz von Brunnette Lüscher geründet. Gleichzeitig wurde die Museumskommission aufgelöst. Die Idee einen Verein zu gründen, stammt ursprünglich von David Dillier.

Nachdem von einem Museum in Magden nichts in Sichtweite war, überlegten sich die Initianten, wie es weitergehen sollte. Sie unterbreiteten dem Gemeinderat die Idee mit den entsprechenden Vereinsstatuten, weil ja die alten Gegenstände Gemeindeeigentum waren.  

Geichzeitig bewarben sich für den Raum an der Adlerstrasse 1, vis-a-vis Bank und Post. Im Vorderteil des gleichen Gebäudes, hatte früher, die Galerie zum Stall ihre Ausstellungsräume. Nachdem der Gemeinderat auf eine schriftliche Anfrage den Ausstellungsraum zur Nutzung bewilligte, war eigentlich der Entscheid für eine Vereinsgründung gefallen. Es waren insgesamt 27 Personen an der Gründungsversammlung anwesend. Als erster Präsident übernahm Peter Kropf das Ruder des Vereinsschiffes.

 

 

Ziel und Zweck

 

Die Vereinsgründer stellten sich die Frage, wo und und wie sie sich positionieren wollten. Sie stellten schnell fest, dass ein Museum in der herkömmlichen Art niemanden zu begeistern vermochte. Da geht man zweimal hin, zum ersten und letzten Mal. Die alten Gegenstände in Verbindung mit Kunst zu präsentieren, schien ihnen eine bessere Form. Was die Initianten wollten, war eine Plattform für Künstler aus Magden und der Region. Sie wollten allen eine Möglichkeit bieten, an die Öffentlichkleit zu treten, sofern sie den "Mindestanforderungen" genügten.

Ausstellung über politische oder konfessionelle Themen sind übrigens laut den Statuten nicht gestattet.  

 

Der Vereinszweck ist in den Statuten wie folgt umschrieben:

" Verein zur Förderung und Pflege kulturell/historischer Gegenstände und zur Förderung von Kunst in Magden. Die Verbundenheit der Dorfbevölkerung zur Dorfentwicklung und zur Erhaltung alter Bausubstanz soll geweckt und gefördert werden. Der Verein fördert Künstler und Kunstschaffende, indem er entsprechende Ausstellungen und Anlässe organisiert und durchführt."

 

 

Museumsgalerie

 

Nachdem der der Gemeinderat grünes Licht für dei Nutzung des Raumes erteilt hatte, wurden als erstes die Räume und Mauern restauriert. Fenster wurden eingesetzt, Spots installiert und alte Pflastersteine von der Dorfstrasse für die Eingangspartie verwendet. Am 6. September 1998 war es dann soweit. Die erste Ausstellung wurde mit einer Vernissage feierlich eröffnet.

 

 

Tätigkeit des Vereins magidunum

 

Die drei Ausstellung pro Jahr, immer verbunden mit alten restaurierten Gegenständen, gehören heute in Magden, als feste Termine  in den Veranstaltungskalender. Künstler und solche die es noch werden wollen, schätzen diese Plattform sehr. Das Interesse und der Rückhalt der Bevölkerung ist sehr gross und die Mitgliederanzahl kann sich sehen lassen! Mit drei Ausstellungen im Frühling, Sommer und Herbst,

trägt der Verein magidunum einen wesentlichen kulturellen Anteil zum Dorfleben bei.

   

P. Kopf